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Die Abstimmung über eine Erweiterung des Euro-Rettungsschirms, kurz EFSF, mit 523 Ja-Stimmen zu 85 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen ist als klares Kanzlerinnen-Ja zu werten. Die Republik ist gerettet, die Koalition sowieso und Griechenland gefühlt auch ein wenig. Heutiger Kenntnisstand ist jedoch, dass die nächsten 8 Millarden Euro für des Deutschen drittliebsten Urlaubslandes auf Eis liegen. Papandreou droht mit Rücktritt, was in diesen Zeiten nicht ernst gemeint sein kann. Europäische Gründlichkeit in Form von Nachfragen und Kontrollen der griechischen Selbstrettungsanstrengungen lassen derzeit vielen hellenischen Amtsträgern die Gesichter einschlafen.
Eurogruppenchef Jean-Claude Junker hat dementsprechend in Luxemburg nach einem stundenlangen Gesprächsmarathon die für den 13. Oktober geplanten Beratungen der EU-Finanzminister über die Auszahlung eben dieser 8 Millarden Euro abgesagt. Regierungsbambi Philipp Rösler bereitet sich nun, allen tatsächlichen oder zumindest gefühlten Denkverboten zum liberalen Trotz, auf eine Insolvenz Griechenlands vor. Die Hoffnung, dass die Sparbemühungen der Griechen zumindest in Brüssel auf Wohlwollen stoßen, werfen die Frage auf, ob Papandreou nicht bei Homer abgekupfert hat und nach Einzug seines Pferdes eine Insolvenz unmittelbar folgt. Planungsspiele gelten nämlich in Griechenand in diesen Tagen als geradezu beflügelnd. Die Einbahnstraße Griechenlandrettung treibt ihre Blüten, die sich unter anderem darin zeigen, dass die Regierung in Athen zwar den Abbau von bis zu 150.000 Beamten anstrebt, diese aber überhaupt nicht entlassen werden dürfen. Allein schon aus arbeitsrechtlichen Gründen. Somit muss entweder gegen eigenes Arbeitsrecht verstoßen werden, oder ein neues Gesetz muss konzipiert, besprochen, diskutiert und schließlich verabschiedet werden. Bis dahin dürfte man in Griechenland die mögliche Insolvenz schon lange hinter sich haben und die Enkel von Papandreou in Rente sein.
